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Sonntag, 3. Januar 2016

Eden zuhause - Wie plane ich einen Garten?

Wie für uns, geht es beim Traum der eigenen Immobilie, für Viele nicht nur um das Haus, sondern auch - vielleicht sogar ganz besonders - um das Grundstück, beziehungsweise den Garten.
Habe ich als Teenie noch genervt die Augen gerollt, wenn es um Gartenarbeit ging. freue ich mich nun auf kaum etwas mehr, als im Schmutz zu wühlen, zu Pflanzen und dem Wachstum meiner neuen Zöglinge zuzusehen.
Vermutlich ist es eben eines dieser Dinge in die man herein wächst, wie in die Freude am Wandern, die Erfahrung, dass Weine verschiedene Geschmäcker haben oder den Wunsch um Gotteswillen nie wieder eine Nacht durchmachen zu müssen.

Obwohl wir bereits kurzzeitig Pächter eines Kleingartens waren (hatte ich schon einmal erwähnt, dass ich ein Problem mit Menschen habe, die mir sagen wollen, wie ich Dinge zutun habe?), stellen uns unsere 2000 Quadratmeter Wildnis vor eine ganz neue Herausforderung.
Da uns bezüglich des Hauses aber noch immer die Hände gebunden sind, ist das genau das Richtige um meine rastlose Energie in (wenn auch verfrühte) sinnvolle Bahnen zu lenken.

Wie geht man also vor, wenn man das Paradies vor der eigenen Haustür plant?
Anfänglich ist es dem Prozess des Haus-Planen sehr ähnlich: Man misst, fotografiert und zeichnet einen Plan der aktuellen Situation, gewissermaßen einen Grundriss (hier hilft Googlemaps). Gebäude, Bepflanzungen oder Srukturelemente sollten ebenfalls vermerkt werden.

Solche oder ähnliche Symbole markieren Strukturelemente des Grundstücks


Allerdings sollte man bei der Bestandsaufnahme auch Faktoren außerhalb des Gartens berücksichtigen, bspw. die Himmelsrichtungen, angrenzende Flächen oder Bauten, Ausblicke, Geräuschquellen und so weiter.
Ein Sitzplatz in Ecke A sieht vielleicht auf dem Papier gut aus, wird aber gegebenenfalls unattraktiv, wenn der Nachbar auf der anderen Seite des Zauns seinen Kompost sammelt, oder der Ausblick jäh an der gegenüberliegenden Garagenwand endet.

Möchte man ganz streberhaft vorgehen, kann auch eine Bodenanalyse vornehmen lassen.

Da wir kaum Elemente im Garten haben, die wir behalten wollen, bzw. können, habe ich mir das aufzeichnen des "Ist"-Plans gespart und stattdessen  das Maps-Bild und Fotos des Grundstückes zu rate gezogen.

Unser Häuschen hat eine ziemlich genaue Ost-West-Ausrichtung, ebenso unser leichtes Gefälle

Wie man sieht gibt es keine wirklich direkten Nachbarn.
Im Norden verläuft an unserem Grundstück ein öffentlicher Weg, der aber seit Jahren nicht genutzt und nun von den Nachbarn (mehr oder weniger legal) als abgezäunter Hühnerauslauf verwendet wird.
Da Annexion in unserer Nachbarschaft offenbar groß geschrieben wird und wir ja nicht auffallen wollen, werden wir die bestehende Ausbuchtung unserer südlichen Grundstücksgrenze solange beibehalten bis sich jemand beschwert. Ausgehend davon, dass das Stück bereits solange genutzt wurde, dass es mit unserem Grundstück eingezäunt wurde und sowohl der Weg, als auch das kleine Häuschen auf diesem Grundstück ebenfalls nicht dem Eigentümer gehören und trotzdem seit langer langer Zeit von Anwohnern genutzt werden, sehe ich kein mittelfristiges Problem auf uns zukommen. Ohnehin tragen wir uns mit dem Gedanken die gesamte Grünfläche (die einem lokalen Großgrundbesitzer zu gehören scheint) zu pachten oder sogar irgendwann zu zu kaufen. Unsere perspektivischen Ziegen würden sich sicher freuen.
Östlich unseres Reiches befindet sich nur landwirtschaftliche Nutzfläche, westlich ein weiterer Nachbargarten.

Erste Besucher nutzen die Südseite unseres Grundstücks

Unser hässliches Entlein von Norden (ich meine natürlich NICH Tim!) 

Blick nach Westen, etwa auf Höhe des Sitzplatzes

Blick vom Sitzplatz nach Süden

Scheunen unserer freundlichen Nord-Nachbarn

Interessant ist es auch seinen bevorzugten "Gartenstil" zu finden.
Unser Reich soll gestalterisch ein etwas wildes Cottage- oder Countrygarden Flair versprühen, aber möglichst arbeitsarm konzipiert sein. Wichtiger als das ist uns aber eine naturnahe Bewirtschaftung ohne Pestizide, Kunstdünger und chemische Keule.

Im zweiten Schritt empfiehlt es sich eine Wunschliste (aller Gartennutzer) zu erstellen. Natürlich geht es hier weniger um "Ich hätte gerne pinke Pfingstrosen", sondern eher um "Ich würde mir einen Kräutergarten wünschen" oder um "Übrigens wollte ich schon immer zehn Kinder. Da würde doch ein Sandkasten gut passen".
Auch die Standards wie Sitzplatz oder Wasseranschluss sollten aufgelistet werden.

Ausgehend von dieser Aufzählung kann man den gemachten Plan zunächst ganz grob mit Kringeln in Funktionsbereiche unterteilen und sich von dort nach und nach an die feinere Planung wagen. Es ist anzuraten, verschiedene Varianten zu probieren.
In unserem Fall kamen zwei recht unterschiedliche Varianten zustande. Natürlich handelt es sich beiden Entwürfen um Echos einer fernen und utopischen Zukunft, in der wir weder durch Zeit, noch Geld begrenzt sein werden.


Variante 1 - Mondstein Park
1 - Parkfläche mit Mülltonnen und großem Tor zum Grundstück, vmtl. geschottert
2 - Bestehende Nadelbäume, ergänzt durch blickdichte, hohe Hecke als Sichtschutz zur "Straße"
3 - Beete zum Futteranbau für Hühner (ergänzend)
4 - vmtl. neuer Standort der Kleinkläranlage (unterirdisch)
5 - Geflügelstall (bestehend aber reparaturbedürftig) mit Kaltscharrraum (zu ergänzen)
6 - Ruhebereich mit Hängematte, abgegrenzt durch höhere, dichte Bepflanzung
7 - Hot Tub, ofenbeheizt, abgegrenzt durch höhere, dichte Bepflanzung
8 - Feuerstelle mit Sitzgelegenheiten
9 - Großer Sitzplatz mit Pergola und Grill
10 - Baumgruppe und Blumenbeete
11 - Formal angelegter Gemüsegarten mit Hochbeeten
12 - Kleine Felder
13 - Nutzhecken (Schlehen, Sanddorn, Holunder...)
14 - Frühbeete und Gerätehäuschen
15 - Natur- und Nützlingsgarten mit kleiner Wasserfläche, Insektenhotel und Wildpflanzen
16 - Hühnerweiden zum 3wöchentlichen Rotieren, z. T. mit Komposten
17 - Naturwiese
18 - Kräutergärtchen
19 - Beerengärtchen
20 - Zu pflanzende Eiche als Hausbaum (meine absoluten Favoriten)
21 - Spielbereich mit Sandkasten, Schaukel, Weidenhäuschen...
22 - Kätzchenvoliere und Balkon vom Heuboden
23 - Solar Dörrschrank
24 - Weinreben (der einzige klare Wunsch des Gutsherren)

Besser aber gefällt mir die zweite Idee, die vermutlich auch ein wenig durchdachter ist und nach der Anmerkung "das ist ja ganz schön viel Rasen" konzipiert wurde.

Variante 2 - Mondstein Gartenreich

1 - Parkfläche mit Mülltonnen und großem Tor zum Grundstück, vmtl. geschottert
2 - Bestehende Nadelbäume, ergänzt durch blickdichte, hohe Hecke als Sichtschutz zur "Straße"
3 - vmtl. neuer Standort der Kleinkläranlage (unterirdisch)
4 - Geflügelstall (bestehend aber reparaturbedürftig) mit Kaltscharrraum (zu ergänzen)
5 - Beete zum Futteranbau für Hühner (ergänzend), inkl. Hochbeet
6 - Hühnerweiden mit Komposten
7 - Großer Sitzplatz mit Pergola und Grill
8 - Spielbereich mit Sandkasten, Schaukel, Weidenhäuschen...
9 - Kleine Felder
10 - niedrige Cranberry- und Heidepflanzen
11 - Nutzhecken
12 - Nützlingshecke
13 - Natur- und Nützlingsgarten mit kleiner Wasserfläche, Insektenhotel und Wildpflanzen
16 - Hot Tub, ofenbeheizt, abgegrenzt durch höhere, dichte Bepflanzung
17 - Obstbaumwiese
18 - Kräutergarten mit Hochbeeten
19 - Formal angelegter Gemüsegarten mit Hochbeeten
20 - Eiche als Hausbaum, Feuerstelle mit Sitzgelegenheiten
21 - Katzenvoliere
22 - Balkon vom Heuboden
23 - Frühbeete und Dörrschränke
24 - Weinreben

Alle Wege werden geschottert oder mit Naturstein gelegt.

Einige Elemente sind in beiden Plänen an gleicher Stelle geblieben. So ist beispielsweise der Sitzplatz an dieser Stelle am besten situiert weil wir an dieser Stelle sowohl den Besten Ausblick, als auch ein bereits bestehendes Stück Fundament haben. Auch die Weinreben mögen es sehr sonnig und gut drainiert, weshalb sie nach wie vor südlich des Hauses, auf dem höhsten Teil des Grundstücks stehen.
Da der süd-westliche Rand unseres Grund und Bodens durch eine etwa 2 Meter hohe Backsteinmauer begrenzt wird, haben wir dort Halbschatten. Nicht so geeignet für Nutzpflanzen, sehr wohl geeignet für die meisten Wildpflanzen des Nützlingsgartens.
Andere Funktionsbereiche sind gewandert und haben sich in Größe und Form leicht verändert, nicht zuletzt dank zahlreicher Gartenbilder und Dokus, die ich in letzter Zeit aufgesogen habe (Was man gewissermaßen auch als Schritt 3 bezeichnen könnte).
Da wir auch versuchen wollen einige Fliederbüsche und (so sie denn noch leben) Obstbäume zu erhalten, reden wir hier von einem recht fluiden System. Dennoch ist ja hilfreich zu wissen wohin man möchte.

Der letzte planerische Schritt wäre die Auswahl einzelner Pflanzenarten für die jeweiligen Gartenbereiche. Allerdings kenne selbst ich den bohrenden Drang bei irgendeinem Baumarktbesuch diverse feilgebotene Pflanzenschönheiten zu besitzen, der selbst vor Stadtbewohnern ohne Balkon nicht halt macht. Seltsam aber wahr.

Auf dem Mondsteinhof wollen wir - abgesehen von ein paar Liebhaberstücken wie der japanischen Nelkenkirsche - vornehmlich heimische Bäume und Sträucher pflanzen. Von meiner geliebten Stieleiche ist über Bergulme, Rotbuche, Esche, (Felsen-)Birne, Apfelbaum, Birke und Walnuss (bestehend) alles dabei. Bäume sind großartig. Jeder sollte sie im Garten haben, auch wenn es einiges an Laub und Arbeit, sowie ein bisschen Schatten bedeutet. Die Nützlinge aber werden es lieben. Ebenso schaukelnde Kinder und schwitzende Schattensucher.

Auch fantastisch und zugleich stiefmütterlich aus vielen Gärten verbannt ist die gute alte Hecke. Billiger, schöner und beständiger als jeder Zaun sind sie nicht nur hervoragender Sicht- und Windschutz, sondern auch ein Paradies für Vögel, Igel und co.
Zudem gibt es etliche unterschätzte Nutzpflanzen, die wunderbare Hecken abgeben. Holunder, Aronia, Sauerdorn, Schlehen, Sanddorn und Mispel sind hier nur einige Beispiele.
Zum Thema Hecke und Grundstücksgrenzen hat das Land Sachsen-Anhalt auch endlich mal eine sinnvolle rechtliche Regelung.

In weiteren Posts werden wir noch auf einzelne Punkte, ihre Funktion im Garten und ihre Anlage, bzw. unsere Vorstellungen dazu eingehen.
.
Ich werde jetzt erstmals Gartenkataloge bestellen...

Eure Mondstein-Gärtner


Montag, 9. November 2015

Beschäftigungstherapie

Der Titel lässt es bereits erahnen und auch die sehr niedrige Frequenz neuer Posts hat vielleicht bereits einen Hinweis darauf gegeben: Wir warten noch immer auf die Zustimmung des Jugendgerichts und damit auch auf unseren Startschuss.
Was also macht man in einer solchen Situation? Ganz klar: das was man darf und das ist bei uns in den letzten Wochen zusammengefasst Folgendes gewesen:

- Allen Interessierten eine kleine Hausführung geben (noch kommen sie in Schaaren)
- Mit dem Kläranlagen-Mann eine Begehung machen
- Sehr früh morgens auf den Wasserzähler-Wechsel-Mann zu warten und um die Kälte zu vertreiben:
-Tapete abreißen
- Pflanzen beschneiden, unseren Sumpf aus altem Grünschnitt trocken legen, alten Schrott aus dem Garten sammeln
- Fegen. Sehr viel Fegen und noch viel mehr lüften
-und meien Lieblingsaufgabe:
-unsere Zauberhaften Gartenvögel füttern



Mittlerweile ist diese Säule nach 2 Tagen leer. Entweder haben wir eine ganze Armee Vögel im Garten, oder eine kleine Vortex im Futterspender.

Während sich im Garten also eine leichte Verbesserung eingestellt hat, ist es im Haus optisch erstmal chaotischer geworden. Aber es ist ja ein allgemein bekanntes Naturgesetz, dass die Dinge erstmal schlechter werden müssen, bevor sie sich zum Besten wandeln.

Glücklicherweise war die Tapete so freundlich sich fast von alleine zu entfernen. 
Guter alter Leim.


Ich hatte die Blümchentapete ja schon fast in mein Herz geschlossen, aber was weg muss, muss eben weg...

Ping. Erledigt. Könnte man eigentlich fast so lassen.

Im "russischen" Kinderzimmer hatte ich auch noch die große Freude endlich die grausame Styropor-Vertäfelung von der Decke zu holen.


Dem Flur ging es erst heute an den Kragen. Links sieht man schon eines unserer Sorgenkinder....

Wir haben eine feuchte Wand, genauer gesagt eine feuchte Ecke. 

In der Küche hat sich diese Feuchte zu einer schnuckelige Schimmel-Ecke entwickelt. Is Momentan aber nicht so wild, da ohnehin der ganze Putz entfernt wird. 
Woher kommt jetzt die Feuchtigkeit?
Wir vermuten Stark, dass die Dachrinne auf der Seite des Hauses defekt ist. Zudem macht das gute Stück auch noch einen Knick Richtung Haus. Ergo läuft das ganze Regenwasser schön die Wand entlang und staut sich auf dem betonierten Treppenabsatz und der ebenfalls betonierten Zuwegung. Da die anwesende Leiter allerdings eher ein Leiterchen ist, wird unsere Theorie zunächst unbelegt bleiben.

Hier sehen wir nun eine weitere kleine Baustelle:


Diese Fußpfettenstütze (ist das ein Wort?) in ein einem der ehemaligen Taubenschläge ist offensichtlich morsch und muss getauscht werden. Vermutlich war der Guano daran nicht ganz unschuldig. 
Und hier sehen wir nun ein Arbeitsbeitspiel von unserem freundlichen Untermieter:

Unser Holzwurm ist immer noch aktiv, allerdings schein er sich hauptsächlich auf die nicht statisch-relevanten Teile zu beschränken. Treppe und Türen kann er gerne haben.

Zudem ist gestern über Nacht ein ominöses, ca 10x7 cm großes Loch in einem Stein des Heuboden-bodens aufgetaucht. Ich verdächtige die Mäuse. Ein Bild folgt.

Aber natürlich ist nicht alles "Doom and Gloom". Ohnehin sind wir noch recht entspannt. Derartige Funde erwartet man ja in alten Häusern. 
Beim Arbeiten heute habe ich nämlich die ersten Geldfunde in unserer Hütte gemacht. Ich wette es gibt noch eine Menge mehr davon: 




Sobald wir etwas wirklich sinnvolles tun können, melden wir uns wieder.


Eure bald reichen Bauherren

Sonntag, 20. September 2015

Der Traum vom Landleben - Tiere im Garten


Source: https://img0.etsystatic.com/017/0/7115395/il_570xN.495637872_8a9j.jpg

Einer der wichtigsten "Pull-Faktoren", der Inbegriff des Landlebens, ist für Viele die Tierhaltung hinter dem eigenen Haus. Wir bilden da natürlich keine Ausnahme und wollten nicht zuletzt deshalb ein wirklich großes Grundstück haben.

Schon in frühester Kindheit konnte ich nie an flauschigen, fedrigen oder sogar geschuppten Zeitgenossen vorbei gehen ohne zu schauen oder zu streicheln und etliche Autofahrten und Spaziergänge mussten für einen Halt an der Pferde- oder Kuhweide unterbrochen werden.
Meine ersten Tiere waren Wellensittiche, dann gab es Kaninchen, später zwei Hunde, diverse Pferde in der Freizeit und schließlich zwei Katzen und auch dabei soll es nicht bleiben.

Zwar gehören wir auf dem Mondsteinhof zu den nicht Fleisch essenden Menschen, aber wir lieben Käse und auch Eier schmecken uns gut, die kaufen wir allerdings nicht, weil selbst "Bio" Hühnerhaltung kaum artgerecht gewerblich zu betreiben ist.
Nachdem wir vor Jahren im Urlaub eine Arte-Dokumentation namens "Nie wieder Fleisch?" gesehen hatten, war uns klar: Wir möchten kein Fleisch mehr konsumieren. Ganz besonders nicht aus würdeloser Massenproduktion. Wäre es das glückliche freiland Huhn/Schwein von Bauer Schulz von nebenan, dass man gemeinhin im Supermarkt findet, wäre es bei uns vermutlich auch nie soweit gekommen überhaupt den Gebrauch und Verzehr von tierischen Produkten in Frage zu stellen. Denn seien wir doch mal ehrlich: Die Natur ist eine einzige riesige Nahrungskette, voll von Jägern und Beute. Warum also sollte der Mensch da die Ausnahme bilden?

Wir finden: Weil er es kann. Wir sind nicht auf den Verzehr von Fleisch angewiesen. Ganz im Gegenteil sind die heute üblichen Mengen (nicht nur an Fleisch sondern generell an hochwertigen tierischen Nahrungsquellen) sogar zu viel zu hoch. Stichwort: Übergewicht, Cholesterin, Rheuma und natürlich Dinge wie: Antibiotikaresistenzen und so weiter. Vom "Sonntagsbraten" sind wir heute Lichtjahre entfernt.
Zudem ist das Degradieren anderer Lebewesen zu Produktionsmaschinen völlig widerlich und in der Tat unmenschlich... aber ich schweife schon wieder ab.

Wie schön wäre es also Eier von den eigenen glücklichen Hühnern, Enten oder Wachteln und vielleicht sogar Milch von (oder einfach Spaß mit) den eigenen Ziegen zu haben?
Ich erfreue mich aber natürlich auch ohne Gegenleistung an Ziegen, Schweinen, Geflügel, und co und möchte das später auch meinen Kindern nahe bringen. Ich möchte, dass sie wissen wie viel Verantwortung und Respekt wir für unsere Mitgeschöpfe aufbringen müssen und, dass sie darüber informiert sind woher tierische Produkte kommen und welcher enorme Aufwand hinter Eiern, Milch und Leder steht und was für wunderbare Freunde Tiere sein können. Natürlich wäre es auch schön anderen Kindern (und gerne auch Erwachsenen) diese Dinge näherbringen zu können.
Zudem würde ich gerne als eine Art Pflegestelle für den Tierschutz etwas vom menschlichen Fehlverhalten ausbalancieren und einzelnen Tierchen eine zweite Chance auf ein schönes Leben ermöglichen (und ja: mir ist klar, dass ich dazu vermutlich eine Zeit-Vortex benötigen werde).
Soweit jedenfalls der Traum. Alle einzelnen Tierarten werden natürlich nach und nach noch mit eigenen Posts bedacht.

Nach unserem Einzug werden wir uns zunächst darum kümmern, unseren Kätzchen ein Außengehege zu konstruieren.
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Unser Haus ist zwar so traumhaft gelegen, dass auch ein Freilauf denkbar wäre, aber man weiß ja nie ob es nicht doch einen komischen Nachbarn oder ungezügelten Jagdhund im Dorf gibt oder ob sie mal eine Pestizid-verseuchte Maus auf dem Feld fangen.
Nennt mich ruhig "crazy catlady", aber ich bin der Meinung, dass wir die Verantwortung für das Tier übernehmen und damit auch die Verpflichtung ihnen das beste, artgemäßeste Leben zu geben, das möglich ist.

Danach wollen wir unseren Hühnerstall und den angrenzenden Auslauf (wieder) herrichten und uns eine kleine Gruppe von 5-10 Hennen halten. Ein paar Marans, Buntleger (Araucana und Sussex), Australorps, Orpington und Brahmas. Vielleicht sogar irgendwann in Kombination mit zwei "Hühnerschweinen" als Wühlhilfe und zum Schutz vor Fuchs und co.
Source: http://www.urbanfarmer.de/wp-content/uploads/2013/09/Fotolia_55325776_XS-Kopie.jpg


In ferner Zukunft sollen in unbestimmter Reihenfolge Hunde, Wachteln (japanische Legewachteln) und Laufenten ergänzt werden.
Wenn wir den Hals dann noch immer nicht voll bekommen wäre auch die eine oder andere Anglo-Nubier-Ziege denkbar.
Bis dahin allerdings beschäftigen wir uns mit diesem Hausbau....





Eure (Vogel)hausbauherren




Freitag, 21. August 2015

Der Grundstein....

...des Mondsteinhofs wurde vermutlich recht unzeremoniell im Jahre 1947 gelegt und ordnet die knapp 70 jährige Backsteindame damit gerade mal dem "Grundschulalter" existierender Bausubstanz zu.

Der Grundstein unseres Haustraumes dagegen, fühlt sich mit seinen zweieinhalb Jahren irgendwie deutlich älter an.
Vielleicht reicht es wenn ich die Suche nach einer geeigneten Immobilie als "lang, beschwerlich und geprägt vom Wechsel aus Hoffnung, Enttäuschung und beinahe auch Verzweiflung" zusammenfasse. Solltet ihr Interesse an einer ausführlicheren Schilderung unserer Irrfahrten haben, lasst es mich wissen.

Doch zurück zum Mondsteinhof.
Ab dem 10.September 2015 werden wir (wenn nicht etwas völlig unvorhergesehenes den Notartermin torpediert) Besitzer unseres ersten (und hoffentlich einzigen) Eigenheims sein.
Mit unserer Unterschrift werden wir, für einen geringen fünfstelligen Betrag, Herren über folgende Dinge:

  • 2033qm feinstes mitteldeutsches Land (etwa 25 min vom Stadtzentrum Halle Saale entfernt) in ruhiger Sackgassendorf-Rand-Lage
  • Einen bombigen Ausblick auf die Stammburg der Wettiner und die Felder des Naturschutzgebietes "Unteres Saaletal" 
  • Ein kaum saniertes Backsteinhaus mit direkt anschließendem Stallteil. Momentan 116qm Wohnfläche und nochmal das Gleiche im ausbaufähigen Stall.
  • Einen nahezu neuen Küchenofen (Oh Yeah)
  • Einige Nebengebäude gegenüber des Hauses (Hühnerstall, Garage, Werkstatt, Lagerplatz)
  • Ein Paar alte Obstbäume, Rosen und Fliederbüsche
  • Einen Marder im Spitzboden
  • Einen nicht vorhandenen Abwasseranschluss
  • Elektrik aus den 60ern
  • Zwei Ölöfchen mit Kannenbefüllung (und 400 Liter Restöl: Winter is coming)
  • Kein Bad
  • Einen A***h voll Arbeit


Zur Veranschaulichung des Ist-Zustands:



Wohngebäüde Teil


angrenzender Stallteil


Nebengebäude gegenüber Wohnbereich 

Hühnerstall gegenüber Stallteil

Küche mit Küchenofen

Das "Bad"

Die "Elektrik"


Wir sind momentan sehr schwankend in unseren Gefühlen zum Projekt. In einem Moment sind wir so vorfreudig, dass wir den Notartermin kaum erwarten können, im nächsten bekommen wir ein flaues Gefühl im Magen wenn wir an all die wartenden Widrigkeiten (nähert sich unendlich) und unseren Erfahrungsstand (nähert sich 0) denken.
Uns wurde aber von allen Seiten versichert, das ginge allen Hauskäufern so (nicht nur bei ersten Mal).

In jedem Falle jucken uns die Finger und wir freuen uns außerordentlich unseren Prozess vom "Bauernhaus to our house" (in Wort und vor allem Bild)  mit euch zu teilen, Kommentare und Anregungen zu bekommen und vielleicht auch anderen Hauskauf-Willigen Mut zu machen oder zumindest ein knallhart ehrliches Bild vom "Traum vom Eigenheim" zu zeichnen. Also drückt den Abonnement oder RSS-Feed Knopf.

Auf bald,

Eure bipolaren Bauherren vom Mondsteinhof